Start Fachunterricht Biologie Die Bakterien sind unter uns

Die Bakterien sind unter uns

Die Kleinsten der Kleinen – genutzt, bekämpft, gezüchtet (Die 9a auf Spurensuche)

Nein, kein leckerer Nachtisch aus Rotweingelee mit vielen, vielen bunten Smarties!

Petrischalen

Diese Schalen zeigen euch Kolonien von unterschiedlichen Bakterienarten, die normalerweise für den Menschen „unsichtbar“ sind. In den Größenklassen weit unterhalb unserer visuellen Auflösungsgrenze (Mikrometerbereich = 1 Tausendsel mm) findet sich eine bunte Mischung grundverschiedener Mikroorganismen. 
Bakterien kommen auf allen Erdteilen und in allen Weltmeeren, selbst in arktischer Kälte und in heißen Quellen vor. Manche leben auf der Körperoberfläche und im Inneren von Pflanzen, Tieren und Menschen. Im Dickdarm siedeln beispielsweise 100 Milliarden Bakterien, mehr als der Mensch eigene Zellen hat. Auch der „weiße Mehlbrei“ auf den Zähnen (Plaques) besteht aus Millionen von unterschiedlichen Bakterienarten, die eine sogenannte Mikrobenmatte bilden. Unsere Haut ist dicht besiedelt, auf der Handfläche leben z. B. zwischen 1000 und 6000 Mikroorganismen pro cm2. Kein Wunder, dass dann 1 ml Nasensekret zwischen 1 und 10 Millionen enthalten kann.

Petrischale


Die Schülerinnen und Schüler der 9a sowie ein Grundkurs Biologie der Stufe 11 wollten unbedingt „ihre“ meist harmlosen Mitbewohner anreichern und dadurch sichtbar machen. Dazu nahmen sie Petrischalen mit sterilisiertem Blutagar. Ein Agar-Nährboden ist ein Meeresalgenprodukt mit speziellen Nährstoffen. Sie drückten ihre Finger (gewaschene und ungewaschene) vorsichtig auf den Nährboden. Andere legten auch noch kurzfristig Geldstücke auf. Einige nahmen vor dem Abdruck einen Abrieb von Tischen im Klassenraum. Die Tische sind bekanntlich sehr verschmutzt und erfordern ein starkes Immunsystem. Anschließend wurden die „beimpften“ Petrischalen 48 Stunden lang bei 37oC in einen Brutschrank gestellt. Bei guten Lebensbedingungen vermehren sich die Bakterien durch Querteilung, eine Generationszeit beträgt oft nur 15 bis 30 Minuten. Das kunterbunte Ergebnis ließ alle staunen und auch erschrecken.

Im Unterricht wurde weitere negative und positive Bedeutungen der Bakterien erarbeitet: Erreger von schweren Erkrankungen wie z.B. Cholera, Pest, Tuberculose; Helfer in der Lebensmittelherstellung, Erhaltung der Stoffkreisläufe in der Natur.


Christina Obermayr